Dienstag, 16. Januar 2007

Sprach- und fassungslos (continued...)

Und die Medien fangen schon mal mit der Schlammschlacht an. Es wird das "schlimme Killerspiel" Final Fantasy VII als Antriebsgrund zum Mord genannt. Gott, ist das lächerlich. Damit jeder sieht, um welch gewaltverherrlichendes Spiel es dabei geht, hier mal ein Screenshot.



Ach ja: Dass die beide Täter vorher mit der "Geisel" an einer Bushaltestelle gezecht haben ist nur einen kleinen Nebensatz wert. Wahrscheinlich waren die voll bis zu den Stirnlappen. Aber das kann ja nicht die Ursache gewesen sein. Nein, niemals. Alkohol macht ja nicht dumm. Aber Final Fantasy VII, das schon! (edit: Offensichtlich soll jetzt doch kein Alkohol im Spiel gewesen sein...)

Machmal ist die Vorhersehbarkeit unserer demokratieverteidigenden Journalisten erschreckend. Da wird alles zur Auflagensteigerung gemacht. Ernsthafter Journalismus ist unerwünscht.

Mal sehen, welcher Politiker sich als erster in den Kanon für ein Verbot von "Killerspielen" einreiht. Vielleicht doch nicht Niedersachsens Uwe "The PigKilla" Schünemann, sondern Edi I., König von Bayern? Als Ablenkung von der Pauli-Offensive?

Deutschland, was verarmt deine Kultur...

Quellen:
Bild online
Hamburger Abendblatt
Und natürlich die ganzen hervorragend recherchierten Boulevardmagazine im TV.

edit: BildBlog

Montag, 15. Januar 2007

Krampfhaft

Auch wenn's überhaupt nicht zum vorherigen Post passt, wieder etwas zum Lachen. Aber vielleicht braucht es so etwas, um wieder normal weitermachen zu können. Was hab ich rotiert. Und so richtig verstehen kann man es wahrscheinlich erst, wenn man selber mal einen Lachkrampf hatte. Viel Spaß damit.

Sprach- und fassungslos...

Was treibt 17-jährige Jugendliche an, willkürlich in ein Haus einzubrechen, zwei Menschen zu erstechen, ein 15-jähriges Mädchen als Geisel zu nehmen und mit einem gestohlenen Auto vor der Polizei zu fliehen? Ich weiß es nicht, kann es mir nicht erklären. Aber eins weiß ich sicher: Das wieder irgendein hirnamputierter, ruhmgeiler, sich für Wählerstimmen prostituierender Politiker das alles auf "Killerspiele" schiebt. Wollen wir wetten? Ich tippe auf den Neurotiker Schünemann, der ja selber recht gern mit Waffen rumschießt. Aber dass die zwei Knallchargen die Morde bereits im Vorfeld angekündigt haben, das ist nur eine kleine Randnotiz wert. Was hab ich diese Bananenrepublik satt. Die Kinder bar jeglichen Ethikgefühls und die "vorbildlichen" Politiker scheißen sich einen Dreck drum...

Link zum Thema bei spiegel.de

Freitag, 12. Januar 2007

Wem's schmeckt...

Diesmal etwas unter der Gürtellinie angesiedelt:


Hobbythek: Kino I

Weil eins meiner Hobbys Kino ist, und ich soviele Filme gesehen habe, dass ich mich nicht mal mehr an die Hälfte erinnern kann, werd ich hier die jeweils letzten Filme, die ich gesehen habe in einer kleinen Kritik "unsterblich" machen (zumindestens für mein Gedächtnis) und bewerten (zwischen 1 und 6).


Eragon:
Ich muss gestehen, ich habe das Buch (noch) nicht gelesen, aber der Film spiegelt recht gut wieder, dass die Geschichte von einem Jugendlichen geschrieben wurde. Recht nette Unterhaltung, aber nicht der Tiefgang, den ich mir gewünscht hätte. Demzufolge:

Bewertung: 3,5

007 - Casino Royale:
Gleich zu Beginn: Ich war der Überzeugung Daniel Craig war die schlimmste Fehlbesetzung seit Tom Cruise in Interview mit einem Vampir, und dachte mir, der Film kann nicht gut werden.
Ich wurde positiv überrascht. Der Film ist wirklich sehr, sehr gut, teilweise grob sarkastisch. Aber eins hat gefehlt. Das Bond-Flair. Leider. Daniel Craig überzeugt als Agent, aber als irgendeiner und nicht als 007. Noch nicht. Aber vielleicht mit einem anderen Drehbuch...

Bewertung: 4

Nachts im Museum:
Was soll man viel Worte darüber verlieren. Ein Möchtegern-Vater mit Erziehungsproblemen bekommt eine Stelle als Nachtwächter im Museum. Und Nacht für Nacht werden alle Exponate lebendig. Klingt nicht prickelnd, macht aber durchaus Laune. Nettes Popcorn-Kino für zwischendurch.

Bewertung: 3,5

Dienstag, 19. Dezember 2006

Alle Jahre wieder...

tudiditutu...tuditudidum...tataatatatadididum (Titelmelodie von Sendung mit der Maus)

Hallo lieber Kinder. Heute will ich euch von einem Mann erzählen. Der hat einen ganz lustigen Schnauzbart und wohnt in einer Zeltsiedlung am nördlichsten Punkt der Donau. Und weil die ganzen netten Indianer dieser Stadt ihn so toll liebhatten, haben sie ihn zu ihrem Häuptling gewählt. Nur nennt man das in dieser Siedlung nicht Häuptling, sondern "Oberbürgermeister".

Und weil er die Büffeljäger und Squaws dieser Stadt daraufhin auch so lieb gehabt hat, hat er ihnen eine schöne neue Brücke gebaut, viele kleine rot-weisse Zipfelmützchenhüte weggenommen und ein riesiges neues Eisstadion hingestellt (und ein Schaf so richtig...äääh...nein, das war jemand anderes!).

Dumm war nur, dass das Geld gekostet hat, und das war eigentlich gar nicht da. Und wenn man Geld ausgibt, dass man nicht hat, dann muss man Schulden machen. Und jetzt ist jeder der Indianer dieser Stadt für die nächsten 80 Jahre verschuldet. Das ist nicht schön. Aber fördert das Gemeinschaftsgefühl, weil ja alle Schulden habe. Das ist schön.

Aber die kleinen Büffeljäger und Squaws hatten ihn daraufhin immer noch lieb, auch wenn nicht mehr so ganz toll wie zu Anfang.

Dann kam Häuptling Lustiger Schnautzbart die Idee eine Stadthalle, ein Bürgerzentrum, ein Riesen-Tipi für alle zu bauen. An einer Stelle direkt am Fluss, damit man immer frisches Wasser hat. Dumm war nur, dass das Wasser einem da relativ häufig über die Füsse schwappt, weil der Fluss ansteigt. Und das wäre wieder teuer, da das Tipi jedesmal neu gereinigt werden müsste.

Das wollten die kleinen Rothäute aber nicht und haben ihm das sehr deutlich gesagt, und seinen Vorschlag am Marterpfahl, den sie da "Bürgerentscheid" nennen mit Tomahawks gespickt. Da war Lustiger Schnautzbart traurig und hat alle Schnipsel seines zerhackten Vorschlags aufgesammelt.

Und weil er nicht nur lustig, sondern auch listig ist hat Listiger Schnautzi..äh...Lustiger Schnautzbart die Schnipsel wieder zusammengeklebt, Kongress-Tipi genannt, und fast genau ein Jahr später wieder zur Rede gebracht.

Aber wieder haben diese Ignoranten...ich meinte Indianer...seinen Vorschlag an den gleichen Marterpfahl gespickt. Und waren gar nicht mehr gut auf ihren Oberguru zu sprechen.

Aber Schnäutzel wäre nicht Schnäutzel, wenn er sich so leicht geschlagen geben würde. Jetzt hat er einfach versucht, ohne Zustimmung der widerspenstigen Rothäute das Super-Tipi zu bauen. Dumm dass die Wind davon bekommen haben.

Da haben sich die ganzen kleinen Indianer zusammengeschlossen, und selber einen Vorschlag gemacht, der es unserem kleinen Häuptlimg verbieten soll, das Super-Tipi zu bauen. Der wurde dann nicht am Marterpfahl mit fliegenden Äxten zerlegt, sondern um den tanzten ziemlich viele ziemlich freudig am großen Lagerfeuer, und feixten über die Niederlage ihres Alleinherrschers...äh...Oberbürgermeisters.

Tja, und jetzt sitzt Lustiger Schnautzbart ganz allein mit seinen Lieblingswasserträgern in seinem Rathaus-Tipi und weint bitterlich, dass sie ihn nicht als Brücken- und Eishallenbauer in Erinnerung behalten werden, sondern als der, der von seinen Indianern am Super-Tipibauen gehindert wurde.

Und vielleicht fragt er sich auch, ob es daran liegem könnte, dass viele Indianer in dieser schönen Siedlung an der Donau rote Haut haben, und nicht, so wie er, eine ziemlich schwarze.

So, liebe Kinder, das war die Geschichte von heute. Und habt ihr was daraus gelernt?

Schön!

Und meint ihr, Häuptling Lustiger Schnautzbart hat auch was gelernt?

Richtig. Ich glaube es auch nicht. Aber nächstes Jahr wird vielleicht nicht sein Vorschlag, sondern er selber am Marterpfahl mit Tomahawks, die dann "vorzeitiger zwangsweiser Ruhestand" heißen, gespickt.

Das wäre schön. Und vielleicht kommt ja dann doch ein Schaf vor. Ein Schaf mit Namen Christa...

tudiditutu...tuditudidum...tataatatatadididum

Samstag, 16. Dezember 2006

Geschichten, die die Uni schrieb II

Weil mir wieder nichts einfällt, und schon wieder ein Monat her ist:

In den Praktika wird unter anderem auch der sinn- und verantwortungsvolle Umgang mit Röntgenstrahlung und Radioaktivität gelehrt, zumindest versuche ich das. Und im Praktikum selber wird sehr penibel darauf geachtet, dass auch ja nichts passieren kann, soll heißen: Nur der Betreuer darf an die Präparate, Röntgenstrahlung kann an keiner Stelle der Versuchsaufbauten austreten (an einer kleinen schon, deswegen ist da ein Stahlblech mit Bleikern drüber). Und das erzähl ich dann natürlich auch den Praktikanten.

Aber die ganze Erklärungsarbeit ist in dem Moment für die Katze, als ein anderer Betreuer, der zugegeben Strahlenphobiker ist, in voller Bleiummantelung (Ganzkörperschürze und Handschuhe) in den Raum tritt.

Die fassungslosen Gesichter der Praktikanten und das aufkommende Gefühl noch mehr Strahlenneurotiker in die Welt zu entlassen war in diesem Moment wirklich einzigartig...

Die Welt ist hart, aber manchmal wird sie wirklich ungerecht...

P.S.: Falls das hier meine jetztigen Praktikanten lesen sollten, es ist wirklich ungefährlich!